Noch nie ist die Energiepolitik einer Bundesregierung so krachend vor die Wand gefahren wie diese. Ach was, nicht vor die Wand gefahren, sondern wie eine Fliege vor die Cockpitscheibe eines Flugzeugs geklatscht.
Mit dem Krieg im Persischen Golf sollte nun wirklich allen klar geworden sein, dass auf fossile Energieträger kein Verlass ist. Aber Wirtschaftsvernichtungsministerin Reiche ist dabei, ihre Schachfiguren aufzustellen, um Deutschland mit fossilem Gas einzumauern.
Gesetzentwurf „Netzpaket“
Das Netzpaket [1] soll Speicher verhindern und den Ausbau von Erneuerbaren bremsen. Netzbetreiber können einfach für 10 Jahre einen Engpass erklären und so Neuanschlüsse verhindern. Der Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan soll für die Priorisierung herangezogen werden, um zu entscheiden, wer bevorzugt ans Netz kommt. Und darin hat man ja schon mal alles kleingerechnet, was man nicht haben will, also alles außer Gaskraftwerken.
Die Bundesnetzagentur BNetzA plant, Netzentgelte für Speicher einzuführen [2]. Das hatte der EuGH schon mal kassiert, denn Speicher sind netzdienliche Elemente und keine Erzeuger oder Verbraucher. Schaden angerichtet würde damit trotzdem, weil es wieder Jahre dauert, bis das revidiert wird.
Heizungsgesetz?!?
Das GMG (Gebäudemodernisierungsgesetz, formerly known as Gebäudeenergiegesetz, falsch bekannt als Heizungsgesetz) lässt munter wieder Gas- und Ölheizungen zu, die aber einen Teil Grünöl und Grüngas verwenden sollen [3]. Praktisch, denn wenn man Biogas verheizt, statt verstromt, ist das weniger Konkurrenz für Gaskraftwerke.
Novelle zum Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG 2027)
Nach dem EEG 2027 [4] sollen neue EE-Anlagen Abgaben zahlen, um die Netze zu finanzieren und sie sollen dann entschädigungsfrei abgeregelt werden, wenn sie den fossilen Kraftwerken im Weg sind. Die Strommengenziele werden gestrichen, Einspeisung aus PV soll auf 50% der Peakleistung begrenzt werden. Biomasse wird sehr knapp gehalten, obwohl man ja damit heizen möchte, kleine Aufdach-PV sollen gar keine Vergütung für Einspeisung mehr erhalten und Ausschreibungsziele für EE werden nicht mehr angestrebt. Positiv ist nur zu vermerken, dass der Eigenverbrauch aus EE-Anlagen nicht mehr von den Netzbetreibern abgeregelt werden darf. Alles andere ist Vollbremsung und Rolle rückwärts.
Zweiter Entwurf des Netzentwicklungsplans
Auch der neue Netzentwicklungsplan [5] sieht bis 2045 nur max. 94 GW (unter 200 GWh) Batteriegroßspeicher vor. Tatsächlich könnten diese in zwei bis drei Jahren gebaut werden und bis 2045 sind einige TWh nicht nur realistisch, sondern notwendig. Stattdessen sind aber jede Menge Gaskraftwerke vorgesehen, die irgendwann dann mit Zauber-Wasserstoff laufen sollen, der entweder sagenhaft billig importiert wird, oder selber mit Elektrolyseuren erzeugt werden soll, wofür allerdings die geplanten Strommengen nicht ausreichen. Versorgungssicherheit wird abgeschafft, bzw. auf unsere Nachbarländer verlagert, denn Strom soll importiert werden, wenn er bei uns knapp wird.
Also kurz:
Speicher verhindern
Ausbau von Erneuerbaren ausbremsen
Biogas in die Heizungen statt in die Regelenergie
Und damit dann freie Fahrt für neue Gaskraftwerke. Die Übertragungsnetze sollen auch nicht zu kurz kommen: Bis 2045 könnten fast 400 Milliarden investiert werden, die dann mindestens 6,91% garantierte Rendite bekommen.
Geplantes und gewolltes Versagen der Energiewende zu Gunsten der Konzerne
Hier wird ganz offensichtlich an einem Konstrukt mit einer in sich geschlossenen Logik gebaut: Man gibt mit dem Szenariorahmen unrealistische Zahlen vor, weder Versorgungssicherheit noch Kosten spielen dabei eine Rolle. Darauf bauen dann die anderen Komponenten auf und sehen entsprechend wenig Ausbau vor. Die Konsequenz ist, dass man die Kosten nicht in den Griff bekommt und auch nicht die Versorgungssicherheit. Das wird dann wieder als Beleg dafür genommen, dass die Energiewende ein Fehlschlag sei.
Tatsächlich ist das alles mit Absicht hausgemacht. Das Regelwerk für den Strommarkt hat diverse Mechanismen, die Strom unnötig teuer machen. Nutznießer sind dabei die alten Stromkonzerne, die zwar seit dem Jahr 2000 deutlich mehr als die Hälfte ihres Marktes verloren haben, heute aber mehr Gewinn machen als damals.
Schon in der Vergangenheit wurden gezielt Steine in den Weg der Energiewende gelegt, die dann für vermeidbare Kosten gesorgt haben. So hat die doppelte Belastung der Speicher mit Netzentgelten dazu geführt, dass Deutschland mehrere Jahre hinter anderen Ländern zurückblieb. Statt Gaskraftwerke durch Batteriespeicher zu ersetzen, wie das z.B. in Australien passiert, werden die Speicher weiter behindert und es sollen neue Gaskraftwerke gebaut werden.
Gaskraftwerke für die übrigens ungeklärt ist, wo die Turbinen eigentlich herkommen sollen, denn diese sind weltweit bis mindestens 2030 ausverkauft. Batteriespeicher haben Lieferzeiten von wenigen Monaten. Der Nachschub an Erdgas wird zudem mit jedem Tag Krieg im Persischen Golf immer wackliger.
Reiche will keine Energiewende, sie will ihre Fossilherren reich machen
Mittlerweile macht Frau Reiche auch keinerlei Hehl mehr daraus, dass sie die Energiewende ausbremsen und uns fossil einmauern möchte. Ganz offen sagt sie mittlerweile, dass sie keine Klimaneutralität bis 2050 haben will [6].
Völlig irre sind die Pläne von Reiche auch in dem Kontext von den gerade vorgestellten Punkten zum Klimaschutzprogramm [7]. Diese sind mit den von Reiche geplanten Änderungen nicht ansatzweise einzuhalten.
Was wir statt dieser energiepoltischen Geisterfahrt endlich machen müssen:
- Katherina Reiche sofort aus dem Amt entfernen
- Die Bundesnetzagentur unter neuer Leitung neu strukturieren. Es kann nicht sein, dass die Übertragungsnetzbetreiber sich den Netzentwicklungsplan so schreiben, wie sie es gerne hätten. Sie dürfen nur beratend beteiligt werden.
- Netzausbau sinnvoll gestalten, Strom wird nicht besser, wenn man ihn weiter transportiert.
- Strompreiszonen einrichten. Deutschland ist viel zu groß für nur eine Strompreiszone. Strom ist nicht einfach überall verfügbar, sondern nur wenn er dahingeleitet werden kann, wo er gebraucht wird. Die einzelne Strompreiszone erzeugt hohe Kosten und stört die Netze der Nachbarländer.
- Hindernisse für netzdienliche Speicher beseitigen. Es gibt bereits 20 GW Kleinspeicher und die Zahl wächst schnell, wir brauchen dafür einen Marktzugang. [8]
- Ausbau von Speichern auf allen Netzebenen fördern.
- Ausbau von PV und Wind in der Fläche, Strom muss nahe am Verbrauchsort erzeugt werden.
- Peer-to-Peer-Stromhandel einführen.
- Smartmeter datenschutzkonform machen und vereinfachen.
- Reguläre Marktzugänge für Erneuerbare schaffen.
Reiche muss weg!
Diese Fossilministerin muss sofort aus dem Amt entfernt werden, um Schaden von Deutschland abzuwenden. Sie ist leider nicht einfach unfähig, sondern steuert das Land bewusst und geschickt in eine Situation, die uns wieder abhöngiger und versorgungsunsicherer macht, der Umwelt zusätzlich schadet und den Verbrauchern zusätzliche Kosten erzeugt. Und das alles, um einige Konzerne sehr reich zu machen und ein weltweit sterbendes Geschäftsmodell noch etwas länger zu erhalten.
[1] https://table.media/assets/climate/referentenentwurf-netzanschlusspaket.pdf
[2] https://bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/GBK/GBK_Termine/Downloads/2026/01_2026/30.01./Orientierungspunkte_Speichernetzentgelte.pdf?__blob=publicationFile&v=3
[3] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Expose/Energie/gebaeudemodernisierungsgesetz.html
[4] https://table.media/assets/climate/eeg-entwurf-20260226.pdf
[5] https://www.netzentwicklungsplan.de/nep-aktuell/netzentwicklungsplan-20372045-2025
[6] https://www.spiegel.de/wirtschaft/katherina-reiche-stellt-eu-klimaziel-fuer-2050-infrage-a-fbfc148c-5960-46c7-bd4b-bfb24bfe9f87
[7] https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/klimaschutzprogramm-2026-macht-deutschland-moderner-und-unabhaengiger-von-oel-und-gas
[8] https://www.pv-magazine.de/2026/02/26/investitionssicherheit-akut-gefaehrdet-netzentgeltreform-fuer-grossbatteriespeicher/
Noch nie ist die Energiepolitik einer Bundesregierung so krachend vor die Wand gefahren wie diese. Ach was, nicht vor die Wand gefahren, sondern wie eine Fliege vor die Cockpitscheibe eines Flugzeugs geklatscht.
Mit dem Krieg im Persischen Golf sollte nun wirklich allen klar geworden sein, dass auf fossile Energieträger kein Verlass ist. Aber Wirtschaftsvernichtungsministerin Reiche ist dabei, ihre Schachfiguren aufzustellen, um Deutschland mit fossilem Gas einzumauern.
Gesetzentwurf „Netzpaket“
Das Netzpaket [1] soll Speicher verhindern und den Ausbau von Erneuerbaren bremsen. Netzbetreiber können einfach für 10 Jahre einen Engpass erklären und so Neuanschlüsse verhindern. Der Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan soll für die Priorisierung herangezogen werden, um zu entscheiden, wer bevorzugt ans Netz kommt. Und darin hat man ja schon mal alles kleingerechnet, was man nicht haben will, also alles außer Gaskraftwerken.
Die Bundesnetzagentur BNetzA plant, Netzentgelte für Speicher einzuführen [2]. Das hatte der EuGH schon mal kassiert, denn Speicher sind netzdienliche Elemente und keine Erzeuger oder Verbraucher. Schaden angerichtet würde damit trotzdem, weil es wieder Jahre dauert, bis das revidiert wird.
Heizungsgesetz?!?
Das GMG (Gebäudemodernisierungsgesetz, formerly known as Gebäudeenergiegesetz, falsch bekannt als Heizungsgesetz) lässt munter wieder Gas- und Ölheizungen zu, die aber einen Teil Grünöl und Grüngas verwenden sollen [3]. Praktisch, denn wenn man Biogas verheizt, statt verstromt, ist das weniger Konkurrenz für Gaskraftwerke.
Novelle zum Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG 2027)
Nach dem EEG 2027 [4] sollen neue EE-Anlagen Abgaben zahlen, um die Netze zu finanzieren und sie sollen dann entschädigungsfrei abgeregelt werden, wenn sie den fossilen Kraftwerken im Weg sind. Die Strommengenziele werden gestrichen, Einspeisung aus PV soll auf 50% der Peakleistung begrenzt werden. Biomasse wird sehr knapp gehalten, obwohl man ja damit heizen möchte, kleine Aufdach-PV sollen gar keine Vergütung für Einspeisung mehr erhalten und Ausschreibungsziele für EE werden nicht mehr angestrebt. Positiv ist nur zu vermerken, dass der Eigenverbrauch aus EE-Anlagen nicht mehr von den Netzbetreibern abgeregelt werden darf. Alles andere ist Vollbremsung und Rolle rückwärts.
Zweiter Entwurf des Netzentwicklungsplans
Auch der neue Netzentwicklungsplan [5] sieht bis 2045 nur max. 94 GW (unter 200 GWh) Batteriegroßspeicher vor. Tatsächlich könnten diese in zwei bis drei Jahren gebaut werden und bis 2045 sind einige TWh nicht nur realistisch, sondern notwendig. Stattdessen sind aber jede Menge Gaskraftwerke vorgesehen, die irgendwann dann mit Zauber-Wasserstoff laufen sollen, der entweder sagenhaft billig importiert wird, oder selber mit Elektrolyseuren erzeugt werden soll, wofür allerdings die geplanten Strommengen nicht ausreichen. Versorgungssicherheit wird abgeschafft, bzw. auf unsere Nachbarländer verlagert, denn Strom soll importiert werden, wenn er bei uns knapp wird.
Also kurz:
Speicher verhindern
Ausbau von Erneuerbaren ausbremsen
Biogas in die Heizungen statt in die Regelenergie
Und damit dann freie Fahrt für neue Gaskraftwerke. Die Übertragungsnetze sollen auch nicht zu kurz kommen: Bis 2045 könnten fast 400 Milliarden investiert werden, die dann mindestens 6,91% garantierte Rendite bekommen.
Geplantes und gewolltes Versagen der Energiewende zu Gunsten der Konzerne
Hier wird ganz offensichtlich an einem Konstrukt mit einer in sich geschlossenen Logik gebaut: Man gibt mit dem Szenariorahmen unrealistische Zahlen vor, weder Versorgungssicherheit noch Kosten spielen dabei eine Rolle. Darauf bauen dann die anderen Komponenten auf und sehen entsprechend wenig Ausbau vor. Die Konsequenz ist, dass man die Kosten nicht in den Griff bekommt und auch nicht die Versorgungssicherheit. Das wird dann wieder als Beleg dafür genommen, dass die Energiewende ein Fehlschlag sei.
Tatsächlich ist das alles mit Absicht hausgemacht. Das Regelwerk für den Strommarkt hat diverse Mechanismen, die Strom unnötig teuer machen. Nutznießer sind dabei die alten Stromkonzerne, die zwar seit dem Jahr 2000 deutlich mehr als die Hälfte ihres Marktes verloren haben, heute aber mehr Gewinn machen als damals.
Schon in der Vergangenheit wurden gezielt Steine in den Weg der Energiewende gelegt, die dann für vermeidbare Kosten gesorgt haben. So hat die doppelte Belastung der Speicher mit Netzentgelten dazu geführt, dass Deutschland mehrere Jahre hinter anderen Ländern zurückblieb. Statt Gaskraftwerke durch Batteriespeicher zu ersetzen, wie das z.B. in Australien passiert, werden die Speicher weiter behindert und es sollen neue Gaskraftwerke gebaut werden.
Gaskraftwerke für die übrigens ungeklärt ist, wo die Turbinen eigentlich herkommen sollen, denn diese sind weltweit bis mindestens 2030 ausverkauft. Batteriespeicher haben Lieferzeiten von wenigen Monaten. Der Nachschub an Erdgas wird zudem mit jedem Tag Krieg im Persischen Golf immer wackliger.
Reiche will keine Energiewende, sie will ihre Fossilherren reich machen
Mittlerweile macht Frau Reiche auch keinerlei Hehl mehr daraus, dass sie die Energiewende ausbremsen und uns fossil einmauern möchte. Ganz offen sagt sie mittlerweile, dass sie keine Klimaneutralität bis 2050 haben will [6].
Völlig irre sind die Pläne von Reiche auch in dem Kontext von den gerade vorgestellten Punkten zum Klimaschutzprogramm [7]. Diese sind mit den von Reiche geplanten Änderungen nicht ansatzweise einzuhalten.
Was wir statt dieser energiepoltischen Geisterfahrt endlich machen müssen:
Reiche muss weg!
Diese Fossilministerin muss sofort aus dem Amt entfernt werden, um Schaden von Deutschland abzuwenden. Sie ist leider nicht einfach unfähig, sondern steuert das Land bewusst und geschickt in eine Situation, die uns wieder abhöngiger und versorgungsunsicherer macht, der Umwelt zusätzlich schadet und den Verbrauchern zusätzliche Kosten erzeugt. Und das alles, um einige Konzerne sehr reich zu machen und ein weltweit sterbendes Geschäftsmodell noch etwas länger zu erhalten.
[1] https://table.media/assets/climate/referentenentwurf-netzanschlusspaket.pdf
[2] https://bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/GBK/GBK_Termine/Downloads/2026/01_2026/30.01./Orientierungspunkte_Speichernetzentgelte.pdf?__blob=publicationFile&v=3
[3] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Expose/Energie/gebaeudemodernisierungsgesetz.html
[4] https://table.media/assets/climate/eeg-entwurf-20260226.pdf
[5] https://www.netzentwicklungsplan.de/nep-aktuell/netzentwicklungsplan-20372045-2025
[6] https://www.spiegel.de/wirtschaft/katherina-reiche-stellt-eu-klimaziel-fuer-2050-infrage-a-fbfc148c-5960-46c7-bd4b-bfb24bfe9f87
[7] https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/klimaschutzprogramm-2026-macht-deutschland-moderner-und-unabhaengiger-von-oel-und-gas
[8] https://www.pv-magazine.de/2026/02/26/investitionssicherheit-akut-gefaehrdet-netzentgeltreform-fuer-grossbatteriespeicher/