Orangebuch Energiepolitik

Die Umsetzung der Energiewende, die vollständige Umstellung unseres Energiebedarfes auf erneuerbare Energieformen, ist existentiell für die Gesellschaft. Dabei müssen wir, die betroffenen Bürger, mitreden können.

Das vorliegende Orangebuch ist eine Arbeitsversion und liegt nun in digitaler Form vor (PDF). Die Autoren Reinhold Deuter, Ingolf Müller und Jörg Diettrich haben diesen Text mit weiteren Mitgliedern der AG Energiepolitik erarbeitet, stellen ihn nun öffentlich zur Diskussion und bitten Sie um Ihre Meinung, Ihre Mitarbeit. Helfen Sie uns, den Text noch besser und auch für Laien verständlich zu machen!

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Orangebuch Energiepolitik


Kommentare

2 Kommentare zu Orangebuch Energiepolitik

  1. Thomas Blechschmidt schrieb am

    Gratuliere der AG zu der lang ersehnten Fertigstellung,

    Schon mal Sorry für Tippfehler, aber in dem Format sind meine Augen ohne RSP auch mit Lesebrille etwas überfordert.

    Ernsthaft beeindruckend viel Arbeit und Mühe, hoffentlich mit irgendwann irgendeiner Wirkung.

    Ein paar Kritikpunkte habe ich schon;

    Energieverbauch: Ist eine physikalische Unmöglichkeit, unqualifiziertes Politsprech etablierter Parteien und vermittelt eine hartnäckig falsche und irreführende Denkweise. Dabei gibt es so schöne, klare Worte wie Energiebedarf, Energieaufwand, Energieeinsatz….

    … die allesamt besser treffen.

    Gleiches gilt für den Begriff Energieerzeugung. Energiebereitstellung ist richtig. Ernsthaft: Leute Ihr könnt nicht in den grauen Kästchen physikalische Korrektheit bemängeln und dann Omas Strickschal als Designermode aus dem FC Bayern Store verkaufen. Dann kaufe ich nichts. Es ist wie mit dem Piratenkodex.

    Was soll sich Ändern, wenn man die gleichen Methoden, Denkweisen etc. wie bisher anwendet?

    Der gesunde Menschenverstand… Seite 11, …ist ein Gemeinplatz der übelsten Sorte, ein Mythos. Den reklamiert jedes Häufchen Wichtigtuer für sich, um anderen dessen Besitz abzusprechen. Dabei existiert er nicht, ist nicht nachweisbar, wird zumeist von Leuten bemüht, die überhaupt keinen Verstand zum benutzen zur Verfügung haben und wohl deshalb von der AfD so gern als Argument vorgebracht (Mehrfach in deren Grundsatzprogramm). Die, aber auch alle Etablierten lassen grüßen.

    Klare Logik hätte an der Stelle genügt. Gemeinplätze schaden nur.

    S. 33. Wachstum: Stimmt, wird als der Grundpfeiler von Wirtschaft und damit auch Gesellschaft gesehen. Die Gesellschaft könnte ja ohne Wirtschaft nicht existieren, logisch, oder? Schon gar nicht mit so vielen Mitgliedern. Aber hütet Euch vor Wachstumskritik, die zu viele bei den Piraten auf der linken Seite schulmeisterlicher Besserwiseei genauso kritiklos einsaugen und bei passender oder unpassender Gelegenbeit wieder rausrotzen, wie die Konservativen und Pseudoliberalen auf der anderen Seite die Vorstellung, Wachstum wäre ein Grundpfeiler.

    Nein, Wachstum ist ein Ergebnis, ein Messergebnis um genau zu sein. Kein Fetisch, kein Glaubensbekenntnis. Es ist einfach feststellbar und vorhanden. So wie Blumen., Bienen, Wasser regen etc. und vollkommen normal. Wachstum als notwendig zu predigen und auf Teufel komm raus Wachstum zu erzeugen entspricht in etwa der Denkweise, es genüge, Andersgläubige zu Konformisten zu machen, um sie zum Seelenheil zu bringen. John Locke diskutiert das Thema ausführlich und unwiderlegbar in seinen Toleranzbriefen an Hand der Religionsfreiheit.

    Was den Schiffsverkehr angeht sehe es ich dort als sinnvoller an, den Containerverkehr auf die Schiene zu verlegen, Stichwort „Neue Seidenstrassse“. Auf weitgehend eigenen Schienensystemem mit clever entickelten neuen Güterwaggons (eigner E-Antrieb, GPS; Kommunikation untereinander, Akku für letze Meile, eingener Stromabnehmer) ist das effizienter als alles andere.

    Ähnliches auch beim Thema Flugverkehr: MagLev/Transrapid im Vakuumtunnel, vierfach gelagert und angetrieben. Schnell, nachhaltig, zuverlässig. Teuer? Kosten? Nun, kann sein, aber Geld und sein Wert sind Ableitungen aus der Volkswirtschaft. Nicht umgekehrt. Solche Aufgaben bedeuten stabiles Wirtschafts“wachstum“ für Jahrhundderte.

    Was habt Ihr Euch dabei gedach? S. 44:

    Die Gewinne der Konzerne werden dramatisch einbrechen. Sie verlieren definitiv ihre Quasi-Monopolstellung und werden bestenfalls Big Player am Markt bleiben, wenn sie es langfristig schaffen, sich mit den neuen Gegebenheiten zu arrangieren.

    1. Die Gewinne sind bereits dramatisch eingebrochen. Wenn man Theissen Terium und anderen zuhört, möchte man schon mit der Sammelbüchse losziehen.
    2. die Konzerne haben längst reagiert und zapfen jede Quelle an, nutzen jedes noch so subtile, klandestine Mittel um ihren Fortbestand zu wahren. So lange das Kartell strukturkonservativer Parteien – und das sind alle, sogar die Piraten sind nicht frei von Alphamännchen und Dominanzgehabe, – von der Bevölkerung weiter getragen wird, wird sich die Konzentration von Macht stets gegen weitere Demokratisierung durchsetzen. Wenn nicht gleich, dann mit der Zeit.

    Diese großen Konzerne mit direkter Vernetzung in die Entscheidungsebenen der Politik werden bleiben. Nur die äußere Form wird sich evtl. ändern, wahrscheinlich auch ien paar Arbeitsfelder. Sigmar Gabriel hat mit seiner Parodie des EEG, genannt EEG2016, alles dafür getan, dass – selbst wenn dezentrale Erzeugung verstärkt auftritt – Nutzen undertrag bei denen ankommen, die immer schon die dicksten Stullen schmieren.

    S. 88

    Hinsichtlich des Flächenbedarfs, schneidet die Photovoltaik in erster Betrachtung deutlich
    schlechter ab als die Windkraft. Jedoch ist der tatsächliche Flächenverbrauch relativ gering,
    solange man sich darauf fokussiert, den Siedlungsraum für die Installation kleiner und mittlerer
    Solaranlagen zu nutzen.

    Hier hätte der Hinweis gut getan, wie viel %% der Flächen in der BRD bereits versiegelt sind und wie viel für eine Kompletterzeugung allen Stroms durch PV benötit würden. Das Ergebnis ist unglaublich. Allerdings würden dann ca. 400 TWH Akku-Speicher benptigt, was ziemlich viel Finanzmittel erfordert. Das würde einen ganze Weile dauern.

    S. 131:

    Es bleibt die Frage, ob eine EEG-Umlage in dieser Form überhaupt noch zeitgemäß, sprich
    notwendig ist.

    Hervorragend. War meine Arbeit in der AG nicht ganz umsonst. Das sage ich schon seit 2012 voraus. Neuanlagen brauchen kein EEG. Das Ganze dient nur noch der Subvention bzw. Befüllung von Bankkonten irgendwelcher privaten Investitionen unter dem Deckmäntelchen des Klimaschutzes. Vor allem für die Bio-Gas-Bauern, von denen viele Das schwarz-schwarze Parteibuch haben. Deren Strom ist übrigend bei der Erzeugung mit ca. 22 ct/kWh der teuerste. Nicht der Offshore Wind, aber da drehe ich die Hand nicht wirklich um.

    S. 132: Wir halten deren Herangehensweise allerdings für
    wenig seriös und weitgehend von der Berücksichtigung der Interessen künftiger Generationen
    befreit.

    Da muss ich Euch vehement widersprechen, die Herangehensweisen der Usual Suspects sind hochseriös. Die meinen das vollkommen ersnt und treibenentsprechend Aufwand. Allerdings überzeugt mich das alles nicht. Jüngste Ergüsse das BIHK habe ich ja kommentiert.

    Ohne das erneut auswalzen zu Wollen. Fossile Erzeugung braucht eine CO2-Abgabe von 2 ct/kWh auf 100 g CO2-ausstroß die jährlich um 0,2 ct/kWh erhöht wird, bis sie 20 ct/kWh erreicht. Der Ertrag gehört in den Ausbau von Speichertechnologie für Strom investiert. Dann haben Wirtschaft und Gesellschaft zeit, sich an die steigenden Kosten anzupassen und die Probleme erledigensich von selbst.

    S. 133,

    Richtig wäre, die wahren Kosten der einzelnen Erzeugungsarten in Ansatz zu bringen,
    wohlgemerkt inklusive der von Greenpeace ermittelten Folgekosten.

    Bravo. Was habe ich seit 2012 gefordert?

    S. 154: Die Piraten fordern deshalb die Einführung einer Netzmaut

    Haha, der ist gut. Das Dobrindt kann da wohl schlecht widersprechen, vor allem, wenn der Strom aus dem Ausland kommt. Hat diese Forderung tatsächliche Parteitagsbeschluss?

    S. 135: Das alles hat nicht einmal ansatzweise mit freier Marktwirtschaft oder Wettbewerb zu tun.

    Richtig, entspricht meinem Hinweis seit Jahren. Wie sollte auch ein Produkt, das keinerlei marktfähiges Merkmal hinsichtlich Qualität und Beschaffenheit aufweist und dessen Endpreis zu ca. 90% aus Steuern, Gebühren und Abgaben besteht, die noch dazu vollkommen willkürlich nach Geschmack von Politik und Lobbyisten gesetzt werden, irgendwie marktfähig sein? das ist in etwa so absurd wie gelber Strom.

    S. 139: Um es deutlich zu sagen: Wir Piraten wollen einen Strukturwandel und eben keinen, die
    gesamte Zivilgesellschaft bedrohenden Strukturbruch.

    Gut gebrüllt. In den Herausforderungen stekct so viel Arbeit, dass die nächsten 250 Jahre gar nicht an Mangel an Arbeit zu Denken ist. Das ist das Wirtschaftsprogramm schlechthin.

    S 144:
    5.7.1 Das gebrochene Versprechen von sinkenden Strompreisen

    Jetzt aber. Leute. Das Versprechen wurde doch nicht gebrochen. An der Börse sind die strompreise von ca. 7 ct/kWh vor 10 Jahrenauf 2 ct/kWh gesunken…..
    Ich verstehe gar nicht,was Ihr damit sagen wollt….

    S. 146: Beweisen Sie die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit
    der vorgestellten und beschlossenen Maßnahmen!

    Mir würde schon genügen, wenn für jeden Netzkonten die 35.040 einzelnenJahreswerte der anfallenden Leistung respeltive Last öffentlich einsehbar werden, die Spitzen durch Batterien (Akkus) gekappt werden und der Ausbau von Netzen sich an den tatsächlichen notwendig zu übertragenden Mittelwerten orientiert.

    S. 146: Diese Daten wurden von Geschäftsgeheimnissen befreit.

    Eben deshalb gehört die Stromversorgung (nicht Erzeugung und Handel) schleunigst aus den Händen von Wirtschaftsunternehmen in die von Behörden. Netzbetrieb ist keine marktfähige Tätigkeit, sondern gehört zur Daseinsvorsorge.

    S. 149 Nachdem die neoliberalen Prediger aus Wirtschaftswissenschaften und Politik in den

    Der Begriff „neoliberal“ verteufelt den Liberalismus insgesamt. Obwohl er dessen Gegenteil weitgehend perfekt verkörpert. Ohne diese beiden Philosophien voneinander abzugrenzen, was zugegebenermapen voraussetzenwprde, dass manbeide Kennt und versteht, sollte man das Schlagschimpfwort nicht verwenden. Es zu tun entspricht auch nicht dem Piratenkodex und stellt Euch nur zwischen Linke, GRÜNE und SPD. Überlasst derlei Dummheiten besser denen.

    Mein ausdrückliches Lob und meine Hochachtugn für eure Mühe

    Was aber nichts daran ändert, dass die politische Partei Piraten an sich selbst und der Größe der gestellten Aufgabe als politische Kraft leider gescheitert ist. Um das zu verändern fehlen Euch einerseits die politisch verständigen Denker und Fachleute, um den Kodex wirklich zum Leben zu erwecken, bzw., fehlt es zu vielen an der notwendigen liberalen Haltung.

    Schade insofern um Eure Arbeit.

    beste Grüße
    Thomas Blechschmidt

    Postfach 0255
    86802 Buchloe

    „Ceterum censeo Bavariam restituendam!“

    • Tensor schrieb am

      Hallo Thomas,

      ich habe den Text soeben unter Würdigung deiner Anmerkungen noch einmal durchlektoriert und einige Änderungen vorgenommen. Jörg und Reinhold als die Autoren 1 und 2 müssen diese Änderungen noch absegnen, was sie aber wahrscheinlich tun werden.

      Am nächsten Dienstag muss die AG Energiepolitik zunächst erst einmal beschließen, ob das Orangebuch zum „offiziellen Dokument“ der PP erhoben wird, oder im Status einer Arbeitsversion verharrt.

      Bis zu einer endgültig druckbaren Version wird es wohl noch eine Weile dauern. Aber wir sind ‚dran – versprochen.

      VG aus Halle/S. – Ingolf.

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