Das EEG und die steigenden Strompreise

Dies ist ein Beitrag eines oder mehrerer Mitglieder der AG Energiepolitik. Offizielle Positionen der Piratenpartei Deutschland stehen unter "Positionen".

Ein Beitrag unseres AG-Mitgliedes Jodi

Der Strom an der Börse wir immer billiger, der Strom den wir bezahlen immer teurer. Warum ist das so? Das Stromangebot, auch verursacht durch den dargebotsabhängigen Strom aus regenerativen Energie, wird immer größer. Gleichzeitig erzeugen die Betreiber fossiler Kraftwerke große Energiemengen. Dieses Situation führt in der Marktwirtschaft zu sinkenden Preisen denn die Nachfrage nach Strom hat sich ja nicht wesentlich geändert. Im Zusammenhang mit der Energiewende wurde deshalb das Gesetz über erneuerbare Energie -EEG-  geschaffen. Diese Gesetz wird gerne im Zusammenhang mit der Liberalisierung des Strommarktes genannt. Uns wurde eine freier Wettbewerb versprochen der zu sinkenden Strompreisen führen soll. Seit 1998 haben sich die Strompreise aber mehr als verdoppelt.

Das liegt vor allem daran das besonders die EEG Gesetzgebung eben jeglichen Wettbewerb verhindert. Jede Gesetzeslücke die noch freien Wettbewerb zulässt, wird sofort geschlossen. So wurde die Möglichkeit einer direkten Vermarktung von Strom, ohne Beteiligung der Strombörse im EEG 2014 abgeschafft.

Wie funktioniert das nun mit dem Strom? Nehmen wir mal an, ein Windparkbetreiber produziert Strom. Dieser Strom wird über ein Umspannwerk, dem Netzverknüpfungspunkt, in das Versorgungssystem eingespeist. Unser Umspannwerk, in unserem Fall ein 110 kV Umspannwerk, hat die Aufgabe ein lokales Netz, z.B. eine Stadt, mit Strom zu versorgen. Wenn die Stadt zu irgend einem Zeitpunkt eine Leistung von 10 Megawatt benötigt müssen diese 10 MW aus dem übergeordneten Netz bezogen werden, irgend wo muss es ja herkommen. Jetzt weht der Wind und unser Windparkbetreiber erzeugt 10 MW.

Was passiert nun mit diesem Strom der ja in das gleiche Umspannwerk einspeist? Der Strom vermindert den Bezug aus dem Übergeordneten 110 kV Netz, in unserem Fall auf Null. Also technisch gesehen verlässt unser lokal erzeugter Windstrom das lokale Versorgungsgebiet nicht. Nun könnte man ja auf die naheliegende Idee kommen den Windparkbetreiber seinen Strom direkt abzukaufen. Über den Preis kann man ja immer verhandeln. Aber genau das verhindert das aktuelle EEG. Statt dessen passiert folgendes: Jeder Haushaltkunde bezieht seinen Strombedarf über einen, meist regionalen, Anbieter. Für eine bestimmte Vertragslaufzeit wird ein bestimmter Arbeitspreis für eine kWh Strom vereinbart. In diesem Arbeitspreis sind, neben dem eigentlichen Strompreis noch andere Bestandteile wie Umlagen, Abgaben und Steuern enthalten.

Der für uns wichtige Bestandteile ist neben der Stromerzeugung die EEG-Umlage. Der Anbieter z.B. von Windstrom erhält einen garantierten Abnahmepreis für seinen Strom. Dieser Betrag, für 2017 8,28 ct/kWh, ist wesentlich höher als der Börsenpreis. Der Strompreis vom 13.04.2016 wurde z.B. an der Börse mit 2,83 ct/kWh gespeichert. Die Differenz zwischen dem Börsenpreis und dem garantierten Abnahmepreis, oder aktuell der Marktprämie, ist die EEG-Umlage. Die erscheint in unserer Stromrechnung.

Wenn also der Strompreis an der Börse gering ist so steigt die EEG- Umlage. Der von uns zu zahlende Anteil des Strompreises bleibt aber konstant. Das bedeutet je geringer der Strompreis an der Börse um so höher wird unsere Stromrechnung. Man koppelt die Stromkunden so an den Strommarkt das sinkende Strompreise an der Börse einen preisteigernden Effekt auf den Arbeitspreis, besonders der Haushaltkunden, haben. Ein wahrhaft perfides Konstrukt.

Das alles hat nicht mal ansatzweise mit freier Marktwirtschaft oder Wettbewerb zu tun. Die realen physikalischen Gesetzmäßigkeiten werden vollständig ausgeblendet. Alles wird in ein politisch motiviertes Gesetz – das EEG- umgelenkt welches die Vorteile erneuerbarer Energie in Nachteile für den  Endkunden umwandelt.

Zu diesem Beitrag gibt es ergänzend hier auch einen Flyer zum Download.


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