Szenariorahmen 2030 in Würzburg

Ein Beitrag unseres AG-Mitgliedes Jodi

Am 2.2.2016 fand in Würzburg eine Veranstaltung der Bundesnetzagentur (BNetzA) statt. Die anschließenden Workshops waren aber aus meiner Sicht der interessantere Teil.

In dem dort veröffentlichten Protokoll der Diskussionsrunde wird zunächst die mangelnde Datentransparenz bestätigt. Ich will das noch etwas ergänzen: Der §12f EnWG verpflichtet die BNetzA zur Herausgabe von Netzdaten an Dritte unter bestimmten Bedingungen. Diese Daten werden anonymisiert und von Geschäftsgeheimnissen befreit.

Meine Frage, warum diese Daten dann noch immer als vertraulich eingestuft werden, konnte mir nicht beantwortet werden. Wörtliches Zitat eines Vertreters der BnetzA: „Das wissen wir auch nicht“.

Ich will es mal etwas anders ausdrücken. Es gibt verschieden Stufen des nicht Wissens – Die erste Stufe: Man bekommt gar keine Informationen. Die zweite Stufe: Man bekommt etwas, mit dem man fast nichts anfangen kann. Und dann gibt es vermutlich noch eine dritte Stufe: Es werden die Daten herausgegeben, auf deren Grundlage bestimmte Ergebnisse erreicht, der jeweilige politische Wille bestätigt werden soll. Die Definition „Herausgabe  von Daten an Dritte“ schließt auch nicht aus, dass es verschiedene Arten von Daten und verschiedene „Dritte“ gibt.

Zur Frage eines dezentralen Ansatzes bleiben viele wichtige Fragen offen

Man hat den Eindruck, dass dieser Aspekt seitens der BNetzA nicht verstanden oder bewusst einseitig interpretiert wird. Die Dezentralität beginnt schon heute im gegenwärtig bestehenden Netz. Denn jeder Haushalt der Energie verbraucht, aber auch erzeugt, kann prinzipiell ein dezentrales Netz betreiben. Ein Energieerzeuger ist dabei während der Entladephase schon ein Batteriespeicher. Eine Betrachtung eines konsequenten dezentralen Ansatzes wird durch die BNetzA nicht durchgeführt. Sie hat dazu keinen politischen Auftrag.

Zum Thema Versorgungssicherheit fehlt im Protokoll ein anderer Aspekt, der von einem Workshop-Teilnehmer angesprochen wurde: Wie ist es um die technische Sicherheit unserer Netze bestellt? Wie sicher sind wir vor Netzzusammenbrüchen? Untersuchungen zu diesem Aspekt sind nicht bekannt. Der BNetzA wurde in der Diskussion auch mangelndes Verantwortungsbewusstsein vorgeworfen. Eine Antwort darauf erfolgte nicht. Ich kann mich der Meinung des Teilnehmers nur anschließen. Die BNetzA ist eine Fachbehörde und hat die Pflicht, sich aktiv einzumischen, wenn es um solche existentiellen Dinge wie die Versorgung unserer Gesellschaft mit Energie geht.

Zusammenarbeit mit der BNetzA

Am Rande der Veranstaltung fanden einige interessante Gespräche mit Vertretern der BNetzA statt. Im Ergebnis bieten wir der BNetzA unsere fachliche Mitarbeit bei der Erstellung und Aufbereitung von Daten an. Dieses AG-Situnzgsprotokoll enthält ab Zeile 57 den Wortlaut eines Schreibens an die BNetzA.

Insgesamt bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Die Informationen die gegeben werden, können nicht überprüft werden – es fehlen dazu die Grundlagen. Eine Teilnehmerin auf einer anderen Veranstaltung hat es mal so formuliert: „Ich muss Ihnen einfach alles glauben, aber so gläubig bin ich eigentlich nicht“.

Man bemüht sich über die eine, die politisch gewollte Variante des EE Ausbaus zu informieren. Jede Diskussion, jede Information bewegt sich nur in diesem Rahmen. Das ist zu wenig.
Jodi


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