Wir brauchen einen Energiedialog!

Dies ist ein Beitrag eines oder mehrerer Mitglieder der AG Energiepolitik. Offizielle Positionen der Piratenpartei Deutschland stehen unter "Positionen".

(Ein Beitrag von Jodi)

Umbau der Stromversorgung ohne echte Bürgerbeteiligung

Gegenwärtig findet bei uns ein umfangreicher Umbau des Systems der Stromversorgung statt. Mit dem Verweis auf komplizierte fachliche Zusammenhänge werden dabei die Bürger von vorn herein von einer Mitarbeit ausgeschlossen, obwohl immer wieder das Gegenteil behauptet wird. Die Stromversorgung ist aber Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Unabhängig von jeder theoretischen Diskussion hat die Stromversorgung eine Schlüsselfunktion.

Strom ist lebenswichtig

Ohne Stromversorgung brechen, ganz praktisch, ausnahmslos alle Bereiche des öffentlichen Lebens zusammen.
Denn für alles brauchen wir Strom. Ohne Strom keine Versorgung mit Trinkwasser denn das System der Pumpen funktioniert nicht ohne Strom. Der öffentliche und private Verkehr bricht zusammen. Ohne Strom kann man an keiner Tankstelle tanken. Auch unser Gesundheitswesen funktioniert nach kurzer Zeit nicht mehr. Die Reihe der Unmöglichkeiten lässt sich fast endlos fortsetzen. Wir sind vom Strom abhängig wie ein Süchtiger von der
Droge. Wir können uns keine großflächigen und vor allem keine länger andauernden Stromausfälle leisten. Die Folgen sind Chaos und Tod. Aber genau das wird uns bevorstehen wenn wir jetzt stattfindenden Wahnsinn nicht stoppen.

Das Problem liegt in der komplexen zentralen Struktur unserer Energieversorgung. Störungen an einer Stelle des Systems haben unerwartete Auswirkungen an anderen, weit entfernten Stellen. Fehler können sich aufschaukeln und unbeherrschbar werden. Das Gegenmittel der Wahl soll eine verstärkte Automatisierung der Netzführung sein. Das aber führt zu neuer Abhängigkeit. Der Abhängigkeit von der richtigen Funktion eines Automaten. Diesen Automaten hat aber ein Mensch programmiert, der bekanntlich nicht fehlerfrei ist.

Intransparente Informationsmonopole

Bürger werden von einer qualifizierten, das heißt einer wissenschaftlich und fachlich begründeten Mitarbeit ausgeschlossen. Denn dazu benötigen wir Sachinformationen von denen wir per Gesetz ausgeschlossen werden.
Im Energiewirtschaftsgesetz §12 f Abs.2 heißt es dazu:
Die Regulierungsbehörde gibt auf Antrag insbesondere netzknotenpunktscharfe Einspeise- und Lastdaten sowie Informationen zu Impedanzen und Kapazitäten von Leitungen und Transformatoren an Dritte heraus, die die Fachkunde zur Überprüfung der Netzplanung und ein berechtigtes Interesse gegenüber der Regulierungsbehörde nachweisen sowie die vertrauliche Behandlung der Informationen zusichern oder die Berechtigung zum Umgang mit Verschlusssachen mit einem Geheimhaltungsgrad nach § 12g Absatz 4 in Verbindung mit § 4 des Sicherheitsüberprüfungensgesetzes haben…

Im Auftrag der Bundesregierung wurde die deutsche Netzagentur DENA gegründet. Die DENA hat eine Studie in Auftrag gegeben – DENA-Netzstudie II. Die Träger dieser Netzstudie waren unter sich. Bundesregierung, Energieunternehmen, Hersteller und diverse Verbände. Träger öffentlicher Belange z.B. BUND, NABU oder einfach die Bürger wurden nicht beteiligt. In dieser Netzstudie sowie in den daraus abgeleiteten Netzentwicklungsplänen sind bestimmte Vorgaben und Rahmenbedingungen eingeflossen, nämlich die netzknotenpunktscharfen Einspeise und Lastdaten. Auf die haben wir aber keinen Zugriff, also ist das was veröffentlicht wird nicht überprüfbar.

Falsche Fragestellung – Falsche Lösungsvorschläge

Der zugrundeliegende Ansatz aller dieser Studien ist falsch. Das ist der Ansatz einer zentralen Energieversorgung. Das System wird bereits im normalen Betrieb, bedingt durch eine große Anzahl externer, fluktuierender Einspeiser, instabil. Was aber offensichtlich auch nicht berücksichtigt wird, es wird angreifbar. Solche Angriffe wurden bereits nachgewiesen.
Der einzige Weg aus der Falle ist eine konsequente Dezentralisierung der
Energieversorgung. Das System muss bei Bedarf in funktionsfähige Teilbereiche zerfallen können. Dazu muss das derzeitige vorhandene Netz neu organisiert werden. Wir müssen damit sofort beginnen und wir müssen mitreden. Mischen wir uns ein, das ist unser Recht.
Wir fordern deshalb einen nationalen Energiedialog


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Jörg (Jodi)

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